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Konzeption der Integrativen Kinderkrippe "Tausendfüssler" 

 


1. Wir stellen uns vor

 

1.1. Wer wir sind und was uns frühe Förderung bedeutet

 

1.2. Lage und Einzugsgebiet

 

2. Konzeption der Integrativen Kinderkrippe

 

2.1. Gesetzlicher Auftrag

 

2.2. Personelle Bedingungen

 

2.3. Räumlichkeiten

 

2.4. Öffnungszeiten

 

2.5. Welche Kinder zu uns kommen

 

2.6. Pädagogischer Ansatz

 

3. Individuelle Förderung

 

1. Wir stellen uns vor

Lebenshilfe und frühe Förderung:

Die geplante Integrative Kinderkrippe und die bestehende Interdisziplinäre Frühförderstelle sind Einrichtungen der Gemeinnützigen Lebenshilfe Miesbach GmbH. Beide Einrichtungen werden sich in unserem Haus der Kleinkindpädagogik im Ortskern von Hausham befinden. Durch unsere langjährige Erfahrung in der Frühförderung sind wir spezialisiert auf die frühkindliche Entwicklung. Es existieren zahllose Fachbücher über die „richtige“ frühe Förderung. Nicht zuviel und nicht zuwenig darf es sein. Nicht zu früh und nicht zu spät. Im Gegensatz zur „frühen Förderung“ ist Frühförderung eine medizinisch-therapeutisch notwendige Förderung. Sie muss stets nach einer sorgfältigen ärztlichen und pädagogisch-therapeutischen Diagnose geplant und umgesetzt werden.

 

Es gibt jedoch eine Förderung, die nie zu viel und nie zu früh sein kann:

 

Diese Förderung gibt dem Kind Geborgenheit, Sicherheit und Liebe. Sie lässt Selbstvertrauen, Neugier und Fröhlichkeit entstehen, gibt dem Kind Mut, immer wieder Neues zu probieren und die Zuversicht, auch bei Frustrationen durchzuhalten.

 

Der Schlüssel zu dieser frühen Förderung liegt in der qualitativ wertvollen Zeit, die wir mit dem Kind verbringen. Die Zeit, in der das Kind wahrgenommen wird, wir in Kommunikation treten, wir Freude vermitteln und positive Rückmeldung geben.

 

Unser pädagogischer Ansatz in der Integrativen Kinderkrippe „Tausendfüßler“ orientiert sich deshalb an den speziellen Bedürfnissen von Kindern zwischen 12 und 36 Monaten. Wir setzen eine Kleinkindpädagogik um, in der nicht einfach die Inhalte der Kindergartenpädagogik übernommen werden, sondern in der wir die besondere entwicklungspsychologische Situation der Kinder in ihrer Familie, sowie die Bindungssituation mit den Eltern mit einbeziehen.

 

Hierbei sehen wir, dass alle Kinder, unabhängig davon, ob sie nicht behindert sind, eine Behinderung haben oder von einer Behinderung bedroht sind, die gleichen Bedürfnisse nach Liebe, Schutz, Glück und Achtung haben.

 

1. 2.  Lage und Einzugsgebiet

Unser Haus der Kleinkindpädagogik liegt im Ortskern von Hausham, an der Alten Tegernseer Strasse. Gut erreichbar aus Richtung Gmund, Miesbach, sowie Schliersee und in Fußnähe zum Bahnhof Hausham.

 

 
2. Konzeption der Integrativen Kinderkrippe „Tausendfüssler“

 Gesetzlicher Auftrag

 

Wir arbeiten gemäß dem bayerischen Kinderbetreuungs- und -bildungsgesetz (Bay-KiBiG), sowie nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan. Durch das am 01. Januar 2005 in Kraft getretene Tagesbetreuungsgesetz TAG (Gesetz zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Tagesbetreuung und zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe), wurden die Kommunen als örtlicher Träger der Jugendhilfe verbindlich verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder unter drei Jahren vorzuhalten. Die Bayerische Rahmenleistungsvereinbarung für den Leistungstyp: „Teilstationäre Angebote zur Tagesbetreuung für behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder im Sinne des § 53 SGB XII in Kindertageseinrichtungen im Sinne des Art. 2 Abs. 1 BayKiBiG (T-K-KITA)“ regelt die Aufnahme und Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf in unserer Kinderkrippe.

 

2.2. Personelle Bedingungen

Unsere Kinderkrippe hat 11 Plätze. In unsere integrative Gruppe nehmen wir auch Kinder mit Behinderung auf. Dafür sind bis zu drei Plätze vorgesehen. Die Anzahl der Mitarbeiter richtet sich nach den entsprechenden rechtlichen Vorschriften. Die Kinder auf den Integrationsplätzen erhalten zudem nach den aktuellen Regelungen einmal wöchentlich eine Stunde heilpädagogische Förderung durch den Integrationsfachdienst der Interdisziplinären Frühförderstelle.

 

2.3. Räumlichkeiten

Der Gruppenraum der Tausendfüssler:
Wir haben einen großen, hellen Gruppenraum, der direkten Zugang zum Garten mit Spielfläche hat. Hier gibt es verschiedene Bereiche in denen die Kinder Spielen, Basteln, Kuscheln oder Essen können.

 

Das Wurzelzimmer:
Ein kleinerer Raum wird genutzt als Ruheraum und alternativ als Rückzugsraum.


 
Das Brombeerzimmer:
Ein weiterer Raum wird für individuelle Einzelförderungen genutzt.

 

Der Garderoben- und Sanitärbereich:
Wir haben ausreichend Garderobenplätze, sowie eine Kindertoilette, eine Wickelkommode im Waschraum und eine Besuchertoilette.

 

Der Garten:
Der Garten mit dem speziell für die Kleinen ausgerichteten Spielplatz lädt zum Toben und Entdecken ein. An den Brombeerhecken (ohne Dornen) darf die Natur beobachtet und geerntet werden.

 

Zusätzliche Räume:
Büroräume, Küche, Lagerräume, Personaltoilette, Raum für Elterngespräche

 


Für die Einzelförderung im Rahmen der Frühförderung zusätzlich nutzbar:
Bällebad, Matschraum und drei weitere Förder- und Spielzimmer

 

2.4. Öffnungszeiten

 

Wir haben Montag bis Freitag von 07:00 Uhr bis 14.30 Uhr geöffnet. Kernzeit ist von 08:00 Uhr bis 12:15 Uhr.

 

2.5. Welche Kinder zu uns kommen

 

In unsere Integrative Kinderkrippe „Tausendfüssler“ nehmen wir Kinder ab 12 Monaten mit oder ohne Behinderung auf.
Unsere Kernaufgabe sehen wir dabei in der Förderung und Betreuung von Kindern, deren Eltern sich für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen interessieren.
Wir möchten außerdem Kinder mit speziellen Bedürfnissen aufnehmen, die schwierige Startbedingungen auf Ihrem Weg ins Leben hatten. Dabei kann es sich um ehemalige „Frühchen“, problematische Familiensituationen, frühkindliche Krankheiten, Operationen oder andere Komplikationen handeln. Durch unser Gesamtkonzept mit der Interdisziplinären Frühförderstelle können wir so die ganze Familie in unsere Arbeit mit einbeziehen und eine optimale Unterstützung bei der Entwicklung des Kindes bieten.

 

2.6. Pädagogischer Ansatz

 

Ausrichtung auf das Kind
Wir stellen die individuellen Bedürfnisse unserer Kinder mit und ohne Behinderung in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Dabei merken wir, dass „Integration“ keine Aufgabe ist, die wir einem Kind zukommen lassen (müssen) und einem anderen nicht. Im Gegenteil: Jedes unserer Kinder ist eine einzigartige Persönlichkeit und wird gleichermaßen begleitet, geführt, angeregt und unterstützt. Wenn Kinder in diesem frühen Alter aufeinander treffen, sind sie völlig frei von Vorurteilen. Die Kinder lernen zuerst sich selbst kennen, anschließend gehen sie den Schritt zum Anderen.
Wenn wir in diesem Alter ansetzen, können wir eine echte Integration von Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft erreichen. Wir ermöglichen allen Kindern echte Freundschaft, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft zu erfahren.

 

Daher ist Integration der erste Grundpfeiler unserer Pädagogik, der jedoch nichts weiter bedeutet, als: Die individuellen Bedürfnisse jeden Kindes stehen im Mittelpunkt.

 

Lebens- und Lernraum
Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren lernen dort, wo sie leben und sich wohl fühlen. Daher ist unsere Kinderkrippe ein Lebensraum, indem sich Kinder entfalten können. Der Übergang von der Familie zur Kinderkrippe findet allmählich und gleitend statt. Besonders die Eingewöhnungszeit läuft mit engem Elternkontakt ab, so dass Kinder und Eltern Vertrauen gewinnen können.

 

Das Leben von außen wird in unseren Alltag mit einbezogen. So beobachten wir zum Beispiel was passiert, wenn der Briefträger oder die Müllabfuhr kommen. Wir betrachten die Natur, die kleinen Tiere in der Wiese, lernen die nahe Umgebung kennen, pflücken Beeren von den Büschen. Wir spüren den Regen und den Wind. Im Zentrum steht immer das Spiel des Kindes.

 

Struktur und Sicherheit
Mittels Elementen aus der heilpädagogischen Rhythmik strukturieren wir den Tag. Rhythmik bedeutet, dass in ähnlichen Zeitabschnitten ähnliches geschieht. So gibt es Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale und eine gemeinsame Brotzeit, um Sicherheit und Kontinuität zu gewähren. Aktive Phasen und ruhige Phasen wechseln sich ab. Unterstützt werden diese strukturierenden Elemente durch visuelle, akustische und taktile Reize.
Die Erzieherin achtet dabei auf den eigenen Bio-Rhythmus des Kindes und reagiert flexibel und individuell auf dessen Bedürfnisse.

 

Interaktion auf vorsprachlicher Ebene
Ein großer Bereich der frühkindlichen Kommunikation kann durch Musik angeregt werden. Gemeinsames Singen, Tanzen und Lachen führen zu Geborgenheit, Freude und Kommunikation. Gleichzeitig unterstützen wir dabei die Sprachanbahnung und schulen Körperwahrnehmung und Koordination. Durch Fingerspiele und Reime fördern wir bereits spielerisch die spätere graphomotorische Entwicklung und kommen dem kindlichen Bedürfnis nach Wiederholung nach. Durch diese kleinen Bewegungs- und Sprachspiele treten wir in Kontakt mit dem Kind, vermitteln Geborgenheit, Liebe und ermöglichen Erfolgserlebnisse, wenn das Kind das Spiel bereits kennt und voller Spannung und Freude auf den Höhepunkt wartet. Dem Drang nach Bewegung werden wir gerecht, indem unsere Räume auf die Höhe der kleinen Kinder ausgerichtet sind und Gefahrenquellen vermieden werden, damit auch Toben erlaubt sein kann.

 

Die Rolle der Erzieherin in der Gruppe
In der Gruppe mit Gleichaltrigen können die Kinder symmetrische Beziehungen aufbauen. Sie profitieren davon, dass sie sich gegenseitig nachahmen und miteinander wetteifern. Der Gruppenraum ist so gestaltet, dass die Kinder viele Möglichkeiten haben, Material selbstständig zu erkunden. Die Erzieherin ist zurückhaltend, begleitend und unterstützt die Eigeninitiative des Kindes. Das Kind erfährt dabei seine Kompetenzen, und stärkt so sein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Für die Erzieherin bedeutet das, geduldig zu sein und dem Kind Zeit zu geben, während es das Leben selber erkundet.

 

Pflegesituation
Die Pflegeerziehung ist für die psychosexuelle Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Es geht nicht nur um Saubermachen. Es ist für das Kind ein intimes Erlebnis, das den Beziehungsaufbau fördert. Die Erzieherin nimmt sich hierfür Zeit, nimmt Blickkontakt auf und gibt dem Kind sprachliche Zuwendung.

 

Elternarbeit
Der regelmäßige Austausch mit den Eltern ist eine wichtige Grundlage unserer Arbeit, da die Eltern ihr Kind zum ersten Mal vertrauensvoll der Obhut einer Institution überlassen. Für Kinder die auch Frühförderung bekommen, kann diese Arbeit durch psychologische Gespräche oder eine Eltern- Kind- Interaktionsberatung ergänzt und abgerundet werden. Hospitationen in der Gruppe sind möglich. Dabei können die Eltern ihr Kind in der Gruppe beobachten und eine Sensibilität für unsere Kleinkindpädagogik entwickeln.
Elternabende und gemeinsame Feste ergänzen unser Angebot.

 

3. Individuelle Förderung

 

In unserer Integrativen Kinderkrippe haben wir nun die Chance, ein Lebensumfeld des Kindes zu schaffen, in dem wir die Entwicklung jeden Kindes optimal unterstützen und begleiten können.

 


Hausham, 05.05.2010


 

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