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Konzeption der heilpädagogischen Tagesstätte

 

1. Bedürfnisorientierung:

Jedes Kind und jeder Jugendliche will sich entwickeln und seine Fähigkeiten entfalten. Wir vertrauen dabei auf die Kraft und die Fähigkeit eines jeden Menschen (Kindes/Jugendlichen), auch des Menschen mit Schwerbehinderung sein Leben aktiv zu erfahren und handeln zu wollen. Das einzelne Kind, der einzelne Jugendliche soll als Mensch mit allen seinen Stärken und Schwächen gesehen und angenommen werden.

 

Zentrale Bereiche der Selbstbestimmung bei Kindern/Jugendlichen sind:

  • Ernährung
  • den eigenen Körper entdecken
  • kindliche Neugierde und Experimentierfreude
  • Spielen und Lernen
  • Umwelt und Naturerfahrungen
  • soziale Kontakte haben wie z.B. Freunde finden
  • Erfahrungen in Gruppen, z.B. Interessengruppen, Peer-group usw.
  • sexuelle Bedürfnisse

Für uns ist dabei wichtig, dass wir die praktische Umsetzung der Bedürfnisorientierung als gemeinsamen Prozess verstehen, bei dem die Wünsche und Bedürfnisse der Betreuten erspürt und dann in Einklang mit den Bedürfnissen und Möglichkeiten aller Beteiligten (Eltern und Geschwister, Mitarbeiter usw.) gebracht werden. Wir wollen Bedingungen schaffen, damit sich das Kind, der Jugendliche gemäß seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu einer selbständigen Persönlichkeit entfalten kann.

 

Dabei müssen auch die Schwierigkeiten und Grenzen aller Beteiligten akzeptiert werden, um so die Interessen und Bedürfnisse mit den tatsächlichen Ressourcen in Einklang bringen zu können. Wir wollen jedes Kind, jeden Jugendlichen in seiner individuellen Entwicklung so unterstützen und begleiten, dass es/er "seinen Weg" finden kann und sich als autonomes und soziales Wesen begreift. Um auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Betreuten wirklich eingehen zu können, brauchen wir alle ein hohes Maß an Flexibilität und Risikobereitschaft. Genauso wichtig ist es, unseren Betreuten Orientierung, Sicherheit und Beständigkeit zu geben.

 

Praktische Beispiele:
In unserer Heilpädagogischen Tagesstätte versuchen wir die Kinder schnell aufzunehmen, es werden so Wartezeiten bzw. Wartelisten vermieden.

 

Zu dieser Art von Aufnahme gehört die Möglichkeit des Eingliederns in unsere heilpädagogischen Gruppen während des gesamten Betreuungsjahres. Somit versuchen wir den Betreuten und ihren Familien eine rasche Hilfe und Beratung auch schon bei der Kontaktaufnahme zu gewähren.

 

Eine Voraussetzung dazu ist die Freiwilligkeit der Eltern, die sich für unsere Art der Betreuung frei entscheiden können. Dies gilt sowohl für den Heilpädagogischen Hort als auch für den Heilpädagogischen Kindergarten.

 


Um den Bedürfnissen der einzelnen Kinder gerecht zu werden, haben wir die Möglichkeit, besonders in der Aufnahmezeit die Betreuungszeit der individuellen Belastbarkeit anzupassen. Gerade in unserem Heilpädagogischen Kindergarten gibt es die Möglichkeit, ein Kind langsam in eine Gruppe zu integrieren, indem man die Betreuungszeit am Anfang verkürzt.

 

Eine feste Bezugsperson, die gleichzeitig Ansprechpartner für die Eltern ist, um gemeinsame Beobachtungen über die Bedürfnisse des einzelnen Kindes auszutauschen, ist von großer Bedeutung, denn nur so kann man auf Veränderungen gezielt eingehen.

 

2. Förderung und Integration

Für unsere Kinder und Jugendlichen in der Heilpädagogischen Tagesstätte ist es wichtig als Individuen gesehen zu werden. Alle unsere Kinder wollen etwas leisten, etwas beitragen zum Leben in der Gemeinschaft. Gleichaltrige Freunde und erwachsene Partner zu finden ist ein elementares Grundbedürfnis unserer Betreuten. Akzeptanz und Zugehörigkeit schaffen ein hohes Maß an Selbstwertgefühl.

 

Wir als Betreuer wollen die Kinder/Jugendlichen nicht als gleich ansehen, sondern sie akzeptieren und ernst nehmen in ihrer Rolle als Kind oder Jugendlicher. Bedauern und Mitleid bei den Problemen und jeweiligen Behinderungen unserer Betreuten bewirken das Gegenteil. Jedes Kind/Jugendlicher muss die Möglichkeit haben in seiner jeweiligen Gemeinschaft (z.B. Familie, Kindergartengruppe, Klasse usw.) seinen Platz zu finden. Ein selbstverständliches Zusammenleben bei allen Unterschieden schafft die Normalität, die wir brauchen. Jede Begegnung sollte als Chance im "Ich-Du-Dialog" gesehen werden und "Verstehen" und "Verstandenwerden" fördern.

 

Leider fühlen sich viele Kinder und Jugendliche heutzutage in unserer Leistungsgesellschaft leicht ausgegrenzt und isoliert. Deshalb wollen wir Strukturen und Voraussetzungen in unserer Gesellschaft, aber auch in unserer alltäglichen Arbeit schaffen, um jeden Betreuten in seiner Rolle als Kind oder Jugendlicher zu integrieren. Anderssein sollte nur die Vielfalt menschlichen Lebens repräsentieren.

 

Die Betreuten in der Heilpädagogischen Tagesstätte suchen Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen. Bei gemeinsamen Ausflügen, Festen und Feiern sowie bei den Ferienfreizeitmaßnahmen, in der alltäglichen Arbeit, etwa bei Einkauf in den Geschäften, bei Besuchen von Kino, Museen, Spielplätzen oder Schwimmbädern verfolgen wir das Ziel, das selbstverständliche Miteinander zu praktizieren und Integration zu leben.

 

Gemäß dem momentanen Entwicklungsstand unserer Kinder versuchen wir diese auch in andere Einrichtungen und Institutionen einzugliedern. So z.B. in Schulen mit individuellen und differenzierten Schwerpunkten und Konzepten (Diagnose- u. Förderschule, Körperbehindertenschule, Schwerhörigenschule, Blindeninstitutsstiftung).
 Im Kindergartenbereich verlieren wir nicht das Ziel aus den Augen, die Kinder wenn möglich in den Regelkindergarten einzugliedern.

 

Dabei versuchen wir in jedem Fall, sei es im Kindergarten oder im Hort, die Eltern in diesen Prozess mit einzubeziehen und unterstützend zu begleiten und zu beraten.  Um das Rollenbild zu erweitern, versuchen wir Berührungsängste abzubauen, in dem wir uns nach außen öffnen. So machen die Besuche der Heilpädagogischen Tagesstätte von Gästen und Freunden unserer Betreuten eine Normalisierung und Integration erst möglich. Auch Besuche unsererseits in anderen Einrichtungen fördern dieses Ziel.
Durch diese Art des Zusammenlebens, durch diese Normalisierung sind sowohl die Betreuten als auch deren Bezugspersonen auf ein ständiges Reflektieren der individuellen Möglichkeiten eines jeden einzelnen angewiesen, um auch deren Grenzen zu erkennen.

 

Es muss eine große Offenheit vorhanden sein, um Personen nicht zu institutionalisieren. Wir wollen Wege suchen, Menschen in ihrer Vielfalt zu sehen. Selbstverständlich akzeptieren wir unsere ausländischen Betreuten und deren Angehörige mit ihren kulturspezifischen Lebensgewohnheiten und respektieren z.B. Eßgewohnheiten, Glauben usw.

 

Unter dem Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir, das selbstverständliche Zusammenleben zu fördern und zu unterstützen.  Hierzu schöpfen wir verschiedene Möglichkeiten aus:  Bilder und Artikel in der Presse, die dieses selbstverständliche Zusammenleben beschreiben und veranschaulichen. Berichte an die Zeitung von gemeinsam verbrachten und erlebten Freizeitmaßnahmen. Eltern miteinbeziehen, indem sie aus ihrer Sicht Artikel verfassen und veröffentlichen. Kontakte mit Kliniken, Beratungsstellen, Ämtern, Ärzten knüpfen und regelmäßigen Austausch pflegen.

 

3. Partnerschaftlichkeit

Partnerschaftlichkeit mit unseren Betreuten ist ein ständiger Prozess, in dem Ehrlichkeit, Echtheit, Vertrauen und Offenheit im Umgang mit allen Beteiligten gelebt wird. Gerade bei Kindern/Jugendlichen ist es sehr wichtig transparent zu sein. Viele Betreute sehen uns als Vorbild. Deshalb müssen auch wir als Betreuer zu unseren Schwächen stehen können. Nur so sind wir glaubwürdig und fördern das Verständnis für den gegenseitigen Respekt untereinander. Auch Regeln und Grenzen im Alltag werden so leichter verständlich.  Natürlich ist es uns wichtig, alle Beteiligten an dieser Partnerschaftlichkeit aktiv teilnehmen zu lassen. Um gute fachliche Arbeit zu leisten, ist es notwendig, dass Eltern und Fachleute zusammenwirken, um das Kind zu verstehen und bestmöglich zu fördern. Gemeinsam mit unseren Betreuten und deren Eltern wollen wir unsere Arbeit reflektieren und kritisch hinterfragen. Um einen Prozess miteinander gestalten zu können ist ein gegenseitiges, partnerschaftliches Zusammenwirken unerlässlich. Nur auf dieser Basis des gegenseitigen Akzeptierens und Vertrauens kann ein sinnvolles Zusammenleben aufgebaut werden.  Dieses vertrauensvolle Verhältnis kann entstehen durch: 

  • Regelmäßige Hausbesuche 
  • Austausch über Telefonate
  • Mitteilungsheftchen
  • Regelmäßige Feste und Unternehmungen, wie z.B. gemeinsames Kegeln mit den Eltern, Kaffeetrinken und Ratschen mit den Eltern im Kindergarten, gemeinsames Gestalten der Infohefte 

Um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen, müssen die Betreuer und Mitarbeiter ihre Arbeit transparent machen und immer wieder Hilfestellung geben. Genauso wichtig ist es, dass die Eltern in ihrer Verantwortung als Eltern ernstgenommen und akzeptiert werden. Dies fordert oft eine hohe Sensibilität und ein gutes Einfühlungsvermögen.

 

Partnerschaftlichkeit bei den Mitarbeitern:

 

Genaue Absprachen, klare Strukturen und Transparenz in den Verantwortungsbereichen und Arbeitsabläufen helfen in der gemeinsamen Arbeit. Die Aufgabenverteilungen unterstützen ein verantwortungsbewusstes Umgehen miteinander sowie mit Kindern und Eltern.  Jeder Mitarbeiter hat die Verantwortung, seinen Platz auch im Team zu finden und sich je nach seinen Fähigkeiten und Interessen einzubringen. Das Team muss offen sein und das Einbringen ermöglichen. Ein interdisziplinäres Zusammenarbeiten setzt immer eine hohe Partnerschaftlichkeit voraus. 

 

4. Förderung von Kompetenz

Eines der wichtigsten Entwicklungsziele in der Heilpädagogischen Tagesstätte ist die Förderung der Kompetenz unserer Betreuten.
Bei der Förderung ist die nötige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden und auch einen Ausgleich zwischen "Fordern" und "Überfordern" anzustreben.
Für unsere Kinder und Jugendlichen ist es ganz wichtig, sich selbst als kompetent zu erleben. Kompetenz fördert die Selbständigkeit, macht ein Stück unabhängig. Unsere Betreuten wollen aktiv handeln und angenommen werden. Natürlich ist die jeweilige Kompetenz des Einzelnen abhängig von seinem Alter und seinen bisher gemachten Erfahrungen.  Alle unsere Betreuten, auch die stärker behinderten, zeigen uns vielfältig ihre Kompetenzen. Wir müssen sie erkennen und dann individuell fördern und unterstützen. Wir wollen den Nährboden schaffen, damit sich ein jedes Kind mit seiner Lebenskraft als kompetent erlebt. Oft brauchen wir als Betreuer nur wenig Hilfestellung geben und sind "Assistent" im Alltag. Um die Kompetenz zu fördern, arbeiten wir interdisziplinär zusammen. Nur so können wir der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes gerecht werden.
Unser Leistungsangebot muss an der individuellen Entwicklung der Kinder ansetzen und immer wieder reflektiert und den Bedürfnissen angepasst werden. Das Angebot soll zwischen Vertrautem und Neuem wechseln und so auch eine Anforderung für das Kind sein und dessen Bedürfnissen gerecht werden.   Die Eigenkräfte des Kindes müssen immer im Vordergrund stehen, unterstützt und gestärkt werden. Das Spiel- und Materialangebot soll den individuellen Entwicklungsschritten des einzelnen Kindes angepasst und kann je nach ganzheitlicher Förderung abgeändert werden.  Ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern und früheren Bezugspersonen (z.B. bei Wechsel der Gruppe) ist von großer Bedeutung, um die Vorlieben und Interessen der Kinder zu berücksichtigen, aber auch um Beobachtungen auszutauschen. Durch unsere integrativen Gruppen kann ein sehr differenziertes Angebot stattfinden, mit viel individueller Unterstützung.  Jeder soll gemäß seinen Fähigkeiten an Angeboten, Ausflügen etc. teilnehmen können. Die Möglichkeit gruppenübergreifender Angebote muss gut durchdacht, abgesichert und für die Kinder transparent, je nach Fähigkeiten und Alter, gestaltet werden. Wir bieten auch sehr individuell gestaltete Einzelangebote an, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, selbst zu bestimmen und im Mittelpunkt zu sein.

 

5. Rechte und Schutz

Die Rechte und der Schutz unserer Betreuten sind unter Berücksichtigung ihrer besonderen Verletzlichkeit zu beachten. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Informationen über die Familie und das Wahren der Intimsphäre gilt es selbstverständlich zu respektieren.

 

Um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen ist es unerlässlich, Eltern über die Schweigepflicht zu informieren. Es ist selbstverständlich, dass bestimmte Gesprächsinhalte nicht weitergegeben werden. Wir wollen nur die Informationen weitergeben, die für das Verstehen des Kindes im pädagogischen Prozess von großer Bedeutung sind.

 

Der Kostenträger bekommt nur die Informationen, die für die Gewährung der Maßnahme notwendig sind

 


 

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