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Konzeption der Heilpädagogischen Wohneinrichtung für Kinder und Jugendliche "Haus Bambi"

Das Haus Bambi ist eine vollstationäre heilpädagogische Wohneinrichtung der gemeinnützigen Lebenshilfe Miesbach GmbH.

Ziel ist es, die uns anvertrauten Kinder* in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu fördern. Wir geben ihnen die notwendige Hilfestellung, sowie die emotionale und soziale Sicherheit, damit sie ihre Persönlichkeit entfalten und so autonom und selbstständig wie möglich leben können.
Behinderung ist nur eine, unter vielen möglichen Eigenschaften eines Menschen, sie allein prägt nicht das Wesen. Menschen mit Behinderung können ebenso sinnerfüllt und glücklich leben wie es nicht behinderte Menschen können. Angebote im pädagogischen, therapeutischen und pflegerischen - medizinischen Bereich müssen dem Bedürfnis des Mitmenschen mit Behinderung adäquat nach Gesetz bereitgestellt werden.
Die Förderung und Betreuung findet im Rahmen der Eingliederungshilfe statt.

 


Wie wir Heilpädagogik verstehen

Die heilpädagogische Arbeit mit schwerstbehinderten Menschen beinhaltet ganzheitliche, aber auch multidisziplinäre Hilfen (vgl. Heilerziehungspflege, Th. Thesing).
Die Heilpädagogik setzt da an, wo ein Mensch für seine Entwicklung ein größeres Maß an Unterstützung und Begleitung benötigt.
Förderung meint ein gezieltes, methodisch reflektierendes und kontrolliertes Handeln des Betreuers, um Entwicklungsprozesse anzuregen oder zu beschleunigen.

 


Die Kinder in unserem Haus

Die Heilpädagogische Wohneinrichtung bietet für 21 Kinder, von Geburt an bis zur Vollendung der Schulpflicht, ein Zuhause. In Ausnahmesituationen ist eine Kurzzeitbetreuung möglich
Ziel ist es für unsere Kinder und Jugendlichen mit geistiger und / oder körperlicher Behinderung eine ganzheitliche, begleitende, erziehende, fördernde und, bei Bedarf, pflegerische Betreuung bereitzuhalten.
Die geistigen, körperlichen und psychischen Behinderungen unserer Kinder zeigen sich in unterschiedlichen Ausprägungen.
Alle Kinder haben geistige Behinderungen, angeboren oder erworben, mit verschiedensten Auswirkungen. Außerdem zeigen sie starke Sinnesbeeinträchtigungen in den Bereichen sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken auf. Die  Wahrnehmungsverarbeitung und die damit verbundenen Handlungsstörungen bereiten den Kindern Schwierigkeiten. Handlungsplanung im Sozialverhalten und der Kommunikationsentwicklung bedürfen der Förderung.
Zu dem zeigen unsere Kinder Funktionsstörungen auf im organischen Bereich wie Atemprobleme, Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Hormonstörungen.
Einigen Kinder ist es möglich sich selbstständig zu bewegen andere wiederum brauchen die aktive Unterstützung um Bewegungsabläufe zu erlernen. Kinder die sehr starke Bewegungseinschränkungen haben werden durch vorbeugende Maßnahmen vor deren Verschlechterung bewahrt.

 


Heim als Unterstützung und Ergänzung der Familien

Die Lebenshilfe Miesbach versteht ihr Angebot immer als eine Unterstützung der Familie. Wir wollen und können für die Kinder keinen Ersatz des Elternhauses schaffen, sondern Familien die, aus welchen Gründen auch immer, mit der Betreuung ihres schwer behinderten Kindes überfordert sind, unterstützen.
Wir wollen den Kindern in ihrem eigenen Lebensumfeld die Möglichkeit geben, ihre individuellen Entwicklungsmöglichkeiten auszuschöpfen und sich vor allem wohl und geborgen zu fühlen.
Die für die Entwicklung der Kinder förderliche pädagogische, pflegerisch/medizinische und therapeutische Arbeit steht und fällt mit dem Vertrauen der Eltern.  Dabei ist uns eine vertrauensvolle, kontinuierliche Zusammenarbeit besonders wichtig, um den Kontakt zwischen Eltern und Kindern aufrecht zu erhalten.
Die Eltern werden in ihrer Elternrolle und Verantwortung gestärkt. Sie nehmen soweit es ihnen möglich ist, am Leben und an der Entwicklung ihrer Kinder teil, um sie auch zukünftig begleiten zu können.
Wichtig sind uns dabei  Einzelgespräche mit Eltern, deren Begleitung und Beratung bei Entscheidungen, sowie der Austausch von Entwicklungsvorstellungen. Ganz selbstverständlich ist es auch, dass die Eltern in die Erstellung der Förderpläne miteinbezogen werden.
Dem Anlass entsprechende, gemeinsam gestaltete Feste im Haus sind fester Bestandteil unseres gemeinsamen Zusammenlebens. Sie schaffen eine Basis gegenseitigen Kennenlernens und unterstützen durch eine ungezwungene Atmosphäre unsere gemeinsame Arbeit zum Wohl des Kindes.
Außerdem gibt es mindestens einmal im Jahr einen themenbezogenen Elternabend.
Aus einer Elterninitiative entstand die Idee sich einmal im Monat im Haus zu einem Elterncafe zu treffen, dazu stellen wir die Räumlichkeiten zur Verfügung.

 


Heilpädagogische Schwerpunkte der Arbeit

Ein Hauptziel unserer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist es, für ihr physisches, psychisches und emotionales Wohlbefinden zu sorgen. Grundvoraussetzung für positive Entwicklung ist eine annehmende, respekt- und liebevolle Beziehung der Betreuer zu den Kindern.
Die Kinder leben in familienähnlichen Gruppen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Art und Schwere der Behinderung zusammen. In dieser Gemeinschaft finden alle unsere schwermehrfach behinderten Kinder Anregung und Begleitung sich im sicheren sozialen Umfeld gemäß  ihrer Fähigkeiten zu entfalten. 

 

Auf folgende Schwerpunkte achten wir im Besonderen:

 

Förderplan:

  • Kommunikation
    Ein Grundbedürfnis jedes Menschen ist es, sich seiner Außenwelt mitzuteilen. Die Kinder brauchen zum Ausbau ihrer kommunikativen Fähigkeiten, intensivste Beobachtung der Kommunikationsmöglichkeiten, wie Gestik, Mimik, Körpertonus und deren Erweiterung durch  stetige  Begleitung, Förderung und Anregung. Hierzu nutzen wir Fachwissen aus den  Bereichen: basale, unterstützende und gestützte Kommunikation. Bei Bedarf werden auch elektronische Kommunikationshilfen miteinbezogen.

  • Motorik
    Die Förderung der Motorik ist eine elementare Grundlage für Lernen, Erleben und Lebensgestaltung eines Schwerstbehinderten. Die methodische  Umsetzung erfolgt durch Einbeziehung von neuroentwicklungspsychologischen Erkenntnissen (Bobath,  Voyta,  Affolter - Bewegungsanbahnung, castilio Morales, NEPA-Konzept-Mundmotorik).

  • Selbständigkeit und Selbstbestimmung
    Um das Streben des Kindes nach Autonomie zu unterstützen, ist es ein Ziel unserer Arbeit seine Eigenkräfte zu wecken und individuell zu fördern.
    Schwerpunkte setzen wir hierbei im lebenspraktischen Bereich, im Bereich des      
    Spiels und der Freizeitgestaltung 

  • Wahrnehmung
    Durch körperlich und geistige Beeinträchtigungen sind besonders Schwer und Mehrfachbehinderte in ihrer Wahrnehmung stark eingeschränkt. So entwickeln sich Besonderheiten in der Wahrnehmungsaufnahme und deren Verarbeitung. Unsere Planung orientiert sich an den individuellen Erfordernissen des Kindes bezüglich der besseren Wahrnehmungsverarbeitung. Dies geschieht durch Erarbeitung von Tagesstrukturplänen zur Orientierungs-  und  Organisationshilfe für das einzelne Kind. Die Förderung setzt an den vorhandenen und förderungsrelevanten Fähigkeiten an.
    Bei  Sehbehinderungen erhalten unsere Kinder zusätzlich Förderung durch das Blindeninstitut.

  • Sozialer Bezug
    Um soziale Beziehungen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit  vordergründig innerhalb der Gruppe zu stabilisieren bieten wir genannte Aktionen wie Abendkreis, Gruppenveranstaltungen,  Ausflüge, Gruppentherapien (z.B. Musiktherapie), und gemeinsame Mahlzeiten.
    Unsere Kinder werden dazu angeleitet in der Förderung der Kommunikation unter einander,  der gegenseitigen Rücksichtnahme, Einübung verschiedener Verhaltens- und Umgangsformen im alltäglichen Zusammenleben, Hilfestellung im Einlebungsprozeß sich zu Recht zu finden.

  • Motivation, Gedächtnis
    Unsere Kinder  können aus verschiedenen Umständen nur eingeschränkt ihre Umwelt eigenständig erforschen. Das Denkvermögen entwickelt sich unter anderem durch Greifen und Begreifen. Schwermehrfach behinderte Kinder weisen hier große Lücken auf.
    Eines der wichtigsten Hilfsmittel beim Denken ist die Fähigkeit zu erkennen, dass manche Dinge einander gleich sind, dass Unterschiede bestehen und worin diese sich zeigen.
    Um die  Entwicklung des Denkvermögens anzuregen verwenden wir unterschiedlichste Spiel und Beschäftigungsmaterialien in der Einzelförderung des Kindes. Zusätzlich wird dem Kind seine Umwelt begreifbar nahe gebracht.

  • Spielverhalten
    Die Abstimmung des Spiels auf das Entwicklungsniveau des Kindes ist die Grundvoraussetzung damit das Kind im Spiel Anregung und Entspannung erfährt.
    Durch gezielt eingesetztes Spielmaterial kann das Kind Basisfähigkeiten ausbauen oder bereits Erlerntes festigen. Im freien Spiel lernt das Kind seine Freizeit sinnvoll zu nutzen.

 

Förderpflege:
Pflege ist ein Teil der Erziehung, das heißt sie bezieht sich nicht lediglich auf die körperliche-hygienische Versorgung, sondern ist auch eine Form des menschlichen  Miteinanders.
Durch die Einzelsituation ist die Pflege eine wichtige und wertvolle Zeit die genutzt wird zur Anbahnung von Grundfähigkeiten und zur Erweiterung der Kommunikationsfähigkeit. Die Pflegesituation wird von akzeptierendem und liebevollem Respekt beleitet, dadurch findet das Kind Vertrauen und kann sich den Anregungen  öffnen. Jede Handlungsweise wird verbal unterstützt. Das Kind erlernt dadurch Situations- und Sprachverständnis, nimmt seinen Körper differenzierter wahr  und erhält  Anregung zum selbstständigen Handeln in der Umkleidesituation und der Pflege. Durch fachgerechtes Handling nach Bobath werden Bewegungsmuster  angebahnt.
Diese Art von Pflege befriedigt sowohl die körperlichen als auch die seelischen Bedürfnisse des Kindes.

 

Integration :
Integration ist uns wichtig damit Vorurteile, Ausgrenzung und Stigmatisierung
eingegrenzt werden. Integration gibt der Außenwelt die Chance Hilfsbereitschaft, Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit behinderter Menschen zu entwickeln. Wir fördern dem Entwicklungsstand und dem Bedürfnis des Kindes entsprechend die Kontakte zwischen Behinderten und nicht Behinderten. Durch die Teilnahme an Veranstaltungen innerhalb der Kirchengemeinde (Gottesdiensten, Firm- und Kommunionsunterricht) und Einladungen zu Festen ins Haus, werden Freundschaften geknüpft und Außenbeziehungen aufrechterhalten. Unser Bestreben ist es Integration für unsere Kinder positiv zu gestalten.

 


Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Interdisziplinarität beinhaltet das Zusammenwirken unterschiedlicher Fachbereiche, Fachkräfte und Institutionen:

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und deren Umsetzung

 

Die therapeutischen Angebote werden dem individuellen Bedarf und der ärztlichen Verordnung entsprechend in Gruppen- und /Einzelförderung durchgeführt. Zudem leiten die Therapeuten, im Rahmen  ihres Aufgabengebietes,  die Betreuer zur therapeutischen Weiterführung der Angebote in den Gruppen  an.
Im Rahmen der Ergotherapie wird zusätzlich, bei Bedarf, tiergestützte Therapie in Form eines Therapiehundes angeboten.
Im Haus sind ein Physiotherapeut, eine Ergotherapeutin, eine Musiktherapeutin tätig. Diese stimmen ihre Behandlungen auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kinder ab.
Als wichtige Ergänzung im interdisziplinären Austausch arbeiten im Haus ein Psychologe und eine übergreifende pädagogische Fachkraft. Ihre Aufgabe ist es, bei der Förderplanung zu beraten und Prozesse der kindlichen Entwicklung deutlich zu machen, bei Problemsituationen die Mitarbeiter einer Gruppe zu unterstützen und bei der Diagnostik und Beobachtung der Kinder mitzuwirken.
Außerdem sind diese gruppenübergreifenden Fachkräfte für die Weiterentwicklung der Dokumentation und der Förderplanung in enger Zusammenarbeit mit den Gruppen zuständig.

 

Um eine fachlich gute und qualifizierte medizinisch/pflegerische Versorgung zu gewährleisten, ist in jeder Gruppe eine medizinisch-pflegerische Fachkraft eingesetzt.

 

Die Frühförderung des Blindeninstituts wird bei Bedarf in den Behandlungs- und Entwicklungsprozess des Kindes mit einbezogen. Zudem können zur Unterstützung des Kindes noch weitere Therapien von außerhalb genutzt werden. 

 

Die Ärzte und das Fachpersonal stehen in ständigem Austausch. Im Bedarfsfall werden in Absprache mit dem Hausarzt, der medizinischen Fachkraft und der Gruppenleitung Fachärzte hinzugezogen. Es besteht freie Arztwahl.
Zudem stehen wir, um auch in medizinischer Hinsicht eine ganzheitliche Versorgung sicherzustellen,  in intensivem Austausch mit Fachkliniken der Neuropädiatrie und Orthopädie.

 

Kinder mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen bedürfen zur Alltagsbewältigung der Unterstützung von Hilfsmitteln (z.B. Rollstühle, spezielles Essbesteck, Kommunikationsgeräte, Hilfsmittel aus der Logopädie, Lagerungshilfen, Dekubitusmatratzen und vieles mehr).
Die Hilfsmittelversorgung erfolgt in Absprache mit den Eltern, der Gruppenleitung,  der Therapeuten und den Ärzten(bzw. Fachärzten).Seit Jahren arbeiten wir mit einer anerkannten Sanitätshaus intensiv zusammen. Durch diese langjährige Zusammenarbeit hat sich der Mitarbeiter dieser Firma ein fundiertes Wissen über die von uns betreuten Kinder angeeignet und kann somit bei der Versorgung unterstützend mitwirken.

 

Unser Haus wird von einer ortsansässigen Apotheke im Rahmen eines vom Landrats-amt genehmigten Vertrages betreut.

 

In Absprache und auf Wunsch der Eltern können zur medizinischen Versorgung Homöopathen, Heilpraktiker, o.ä. hinzugezogen werden.

 

Die Hauswirtschaft stellt die Versorgung der Kinder  nach ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten in ausreichendem und ausgewogenem Maß sicher unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse. Sonderernährung wird entsprechend dem individuellen Bedarf gewährleistet.

 

Die Reinigung und Pflege der Wäsche und Kleidung, der Räumlichkeiten, der Ausstattung und der Außenanlagen wird entsprechend der Erfordernisse unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften erbracht.

 

Die Wartung und Überwachung der Haustechnik sowie kleine Reparaturen führt unser Hausmeister durch.

 


Fort- und Weiterbildung

Um fachlich gute Arbeit leisten zu können, ist es von äußerster Wichtigkeit den Mitarbeitern  Fort- und Weiterbildungen zu ermöglichen. Die Auswahl der unterschiedlichen Fordbildungen orientiert sich am Bedarf der Themen die aus der alltäglichen Arbeit entstehen. Hierzu nutzen wir meistens die Angebote aus dem Fortbildungskonzept der Lebenshilfe Bayern. Zusätzlich werden im Haus interne Fortbildungsangebote gemacht die für die Betreuer verpflichtend sind.
Fachliteratur befindet sich in unserer Hausbücherei die kontinuierlich erweitert wird.
Zudem wird auch Supervision angeboten.

 


Öffentlichkeitsarbeit

Grundsätzlich ist jeder, der bei der Lebenshilfe beschäftigt ist, ein Träger der Öffentlichkeitsarbeit, weil er nach außen die Lebenshilfe repräsentiert und die Arbeitsweisen und Inhalte der Lebenshilfe vertritt.
Das "Haus Bambi" steht allen Interessierten offen. (z.B. Schulklassen, Firmgruppen, o.ä. ).Kontakte zu Schulen von Heil und Pflegeberufen werden aufrechterhalten und weiter ausgebaut. Schüler der genannten Schulen kommen immer wieder gerne zu Hospitationen in unser Haus.
Durch aktive Beziehungsgestaltung sind wir gut in die Nachbarschaft, in Pfarrei und Kommune in Neuhaus integriert.
Zu Veranstaltungen und Festen im Haus wird ein breites Publikum eingeladen.
Mit Hilfe der Medien präsentieren wir unsere Arbeit immer wieder nach außen per Internet, Zeitung, Infoheft, u.ä. (s. zu Öffentlichkeitsarbeit auch: LEWO, N. Schwarte).

 


 

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